„Bibliographie der Zeitschriftenartikel“
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Die Digitale Bibliographie der Aufsatzliteratur zum Esperanto (Elektronika Bibliografio de Esperantaj
Artikoloj, EBEA) wird u.a. mit Recherchebeispielen
beschrieben und ihr Platz unter anderen Bibliographien zur Interlinguistik und
zum Esperanto bestimmt. Desiderata und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung
werden benannt.
Die Bibliographie kann genutzt werden unter www.EsperantoLand.de/ebea. Informationen gibt der
Autor: Bernhard.Pabst@gmx.de
Um eine Standortbestimmung der EBEA
vorzunehmen, wurde zunächst ein summarischer Überblick über bestehende
Bibliographien zum Esperanto gegeben, ohne dass Vollständigkeit
angestrebt wurde. Dieser Teil ist auch in der vorliegenden schriftlichen
Fassung nicht zu vertiefen, da zwischenzeitlich die umfassende und weit
detailliertere Ausarbeitung von Detlev Blanke (2003)
erschienen ist. Festzuhalten ist der Befund, dass die Situation durch das
Fehlen eines aktuellen umfassenden Nachweiswerkes
gekennzeichnet
ist, es jedoch - oft versteckt und nur schwer zugänglich - zahlreiche kleinere
Bibliographien
zu Einzelaspekten gibt und zwar sowohl in
gedruckter als auch digitalisierter Form. Zum Zweck einer Verortung der EBEA
und Aufzeigen der durch sie zu schließenden Lücke lässt sich in beiden Medien
Vorhandenes grob wie folgt klassifizieren:
1 Gesamtbibliographien
zu Monographien (z.B. für Literatur bis 1929 Stojan 1929/1973).
2 Teilbibliographien
zu Monographien (z.B. zu Übersetzungen aus Ethnosprachen, zu Esperantowerken,
die in einem bestimmten Land erschienen sind, zu Dissertationen, etc.).
3 Bibliographien
über Periodika zu interlinguistischen
und insbesondere Esperanto-Zeitschriften (z.B.
Stojan 1929/1973, Takács 1934, Hispana Esperanto-Muzeo 1992)
4 Werkverzeichnisse
von Einzelpersonen registrieren sowohl Monographien als auch unselbstständige
Beiträge des jeweiligen Autors (z.B. Albault, Blanke, Haupenthal, Régulo Pérez,
Waringhien, Wüster,
u.a.);
sie können daher als Sonderfall angesehen
werden von
5 Thematischen
Bibliographien (z.B. zu selbstständigen und unselbstständigen Terminologien,
zu mathematischen, chemischen, EDV- und anderen Veröffentlichungen).
6 Bibliographien
in Periodika haben als
Auswahlkriterium „neu erschienen“ und bilden damit eine Fortsetzung zu
Bibliographien, die weiter zurückliegende Zeiträume abdecken, und sind
Vorbereitung zu deren Aktualisierung; Beispiele sind Fokuso (Vilborg
1967-1976), Informilo de IEMW, Informilo por Interlingvistoj (Blanke,
seit 1992), Interlinguistische Informationen (Blanke, seit 1992), Laste
aperis... (Esperanto, UEA), u.a.
7 Bibliographien
zu unselbstständigen Beiträgen in Periodika und Sammelwerken (z.B. Indices
verschiedener Zeitschriften wie Scienca
Revuo, Monato, Nica Literatura Revuo, u.a.); zu dieser
Gruppe zählt auch die Bibliographie der Modern Language Association (MLA),
die seit ca. 1990 (auch) Aufsätze und Artikel in Esperanto-Periodika
systematisch nachweist, davor sporadisch.
8 Bibliographien
über Bibliographien (insbesondere Bibliotheka
Manlibro 1979; Blanke 2003).
Neben diesen klassischen, in gedruckter Form
vorliegenden Findhilfen, gewinnen elektronische
Verzeichnisse immer mehr an Bedeutung. Sie liegen teils als Datenbanken, teils
als digitale Ausgaben der Printversionen, teils als Hybrid (nur digitale
Buchausgabe, z.B. als pdf-Datei) vor und sind teil im Internet, teils auf
Datenträger (Diskette, CD-ROM) veröffentlicht. Beispielhaft und wiederum ohne
Anspruch auf Vollständigkeit sind zu nennen:
1 Gesamtbibliographien
zu Monographien (Datenbank TROVANTO der Österreichischen Nationalbibliothek im
Internet http://allegro.onb.ac.at - weltweit größte Fachdatenbank zu
Esperanto und Interlinguistik; Metasuchmaschinen, z.B. Karlsruher
Virtueller Katalog - KVK, www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html
, DBI-LINK, www.dbilink.de , usw.; Universitätskataloge, z.B. HU Berlin http://opac.hu-berlin.de ; Katalog der
Bibliothek des Deutschen Esperanto-Instituts (Aalen) auf Virtuala
Esperanto-Biblioteko www.esperanto.net/veb/).
2 Entsprechend der obigen Grobeinteilung gedruckter Bibliographien lassen sich auch elektronische Bibliographien klassifizieren, z.B. die digitale Bibliographie der Esperanto-Übersetzungen aus dem Englischen (Grimley-Evans) als Beispiel einer thematischen Bibliographie, digitale Bücherkataloge einiger großer Esperanto-Verbände, z.B. von Universala Esperanto-Asocio (UEA), Flandra Esperanto-Ligo (FEL), Esperanto-Ligo de Norda Ameriko (ELNA) als Beispiele für Findmittel noch marktgängiger Monographien, usw.
In unserem Zusammenhang sei insbesondere auf die Bibliographie der MLA
hinge
wiesen, die außer als Buch auch
(mediumgerecht bearbeitet) als Datenbank auf CD ROM angeboten wird und, wie
ausgeführt, insbesondere auch nicht-monographisches Esperanto-Schrifttum ab ca.
1990 erfasst.
Als Ergebnis dieser raschen tour d’horizon ist festzuhalten, dass es
trotz zahlreicher Einzelarbeiten insbesondere an einer
systematischen Registrierung unselbstständiger Beiträge, d.h. von Artikeln und
Aufsätzen in interlinguistischen und insbesondere Esperanto-Periodika und ‑Sammelwerken
vor 1990 fehlt.
Diese Lücke soll EBEA schließen.
EBEA war zunächst ein privates Hilfsmittel
bei der Arbeit am Terminologieprojekt Perkomputora
Termino-Kolekto (Pekoteko; „Computergestützte Termini-Sammlung des
Esperanto“). Pekoteko war eine Plattform, um Esperanto-Termini u.a. für „neue“
Begriffe des modernen Lebens zu diskutieren, die zum damaligen Zeitpunkt noch
nicht in Standard-Esperanto-Wörterbüchern verzeichnet waren, etwa für Begriffe
aus der Computerwelt (z.B. Hardware, Software, Freeware), aber auch aus Sport
(Curling, Bunjee-Springen), Mode (Sweater), Musik (Karaoke) und vielen anderen
Lebensbereichen (Mikrowellenofen, „Mikrowelle“)[1].
Auf Grund bestimmter tendenziell widerstreitender sprachimmanter Prinzipien
(Naturalismus, Schematismus) lassen sich bei der Fachwortbildung im Esperanto
rasch unterschiedliche Benennungen bilden, die
je nach bevorzugtem Prinzip divergieren können.
Kein neues Phänomen: Bereits Zamenhof hat
beispielsweise den Namen der Stadt Leipzig mal nach der ungefähren Aussprache
der deutschen Benennung in Lejpcigo,
mal auf Grundlage des lateinischen Namens Lipsia
in Lepsiko transskribiert. Die Fülle
des empirischen Sprachmaterials in Pekoteko führte rasch
zum Versuch einer Systematisierung, dem Versuch der Ableitung von
allgemeinen Prinzipien[2].
Ebenso rasch wurde festgestellt, dass zu vielen Detailfragen längst
Diskussionen in der reichen Aufsatzliteratur der Esperanto-Zeitschriften
stattgefunden
hatten. So gibt es - um nur ein Beispiel zu nennen - zwischen 1967 und 1990
mindestens 25 Aufsätze, die sich mit der Frage der „richtigen“ Esperantisierung
des Wortes „Computer“ beschäftigen. Diese Beiträge sind jedoch kaum bekannt,
auffindbar und berücksichtigbar: Es fehlt an einer
Bibliographie zur terminologischem Aufsatzliteratur insbesondere vor 1990 und entsprechende Zeitschriftenjahrgänge sind
nur in wenigen Bibliotheken konsultierbar. Die Folge
ist, dass einige Fragen teilweise über Jahrzehnte immer wieder neu diskutiert
werden, ohne dass durch Anknüpfen an frühere Gedanken eine Weiterentwicklung
des Diskussionsniveaus festzustellen wäre: Statt
einer faktisch mühsamen Literaturrecherche wird auf Grund der Umstände lieber
wieder und wieder „das Rad neu erfunden“, eine chronologische Kontinuität
existiert eher als Ausnahme, denn als Regel.
Dieser Befund gab Aufgabe und Struktur von
EBEA vor, Modell und Kern lieferte die periodische Bibliographie „Fokuso“
(1967-1976) von Ebbe Vilborg.
Wiewohl inhaltlich anspruchsvoll
ist sie als Serie maschinengeschriebener, in bescheidener technischer Qualität
vervielfältigter
Briefe des Autors an einen kleinen Kreis interessierter Interlinguisten heute praktisch
nicht mehr zugänglich und nur wenigen überhaupt bekannt. In einem ersten
Schritt wurden mit freundlicher Genehmigung Vilborgs die ca. 1300 Nachweise aus
Fokuso in eine Datenbank übertragen und dabei den entsprechenden Anforderungen
dieses Mediums angepasst. Parallel wurden terminologisch
interessante Beiträge aus Periodika vor und nach dem von Fokuso abgedeckten
Zeitraum vom Verfasser ergänzt. Eine erste Veröffentlichung auf einer
Computer-Diskette in der technischen Bearbeitung von Ottmár Járeb erfolgte 1995
(ca. 1300 Einträge). Die 2.
Aufl.
der Diskette - wiederum technisch von Járeb betreut und vertrieben - erschien
im Oktober 1996 und enthielt ca. 2500 Nachweise. Der Inhalt dieser Auflage
wurde kurze Zeit später auf dem Server der Fachhochschule Stuttgart -
Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen (HBI)[3],
ins Internet eingestellt und 1997 auf die EspeRom des Deutschen
Esperanto-Bundes, eine Computer-CD mit allgemeinen Informationen zur Sprache,
Esperanto-Organisationen und -Leben, aufgenommen. Die Reaktion auf diese Veröffentlichungen
und einige Erwähnungen in Esperanto-Zeitschriften[4]
führten u.a. zu Kontakten mit Gleichgesinnten, die unabhängig und ohne
Kenntnis vom anderen eigene ähnliche Registrierungsprojekte begonnen
hatten, insbesondere Wilhelm Luttermann und Christian Darbellay. Andere
stellten elektronische Indizes von Zeitschriften, etwa von Monato oder Hungara Vivo,
für die Bibliographierung zur Verfügung. Parallel entwickelten sich die
computer-technischen Voraussetzungen rapide[5].
Das Datenbankprogramm wurde mehrfach gewechselt und
neuerem Stand angepasst (update), EBEA ist inzwischen auf der 4.
Computer-Generation gespeichert (die 5., 6. und vielleicht n-ste Generation
sind längst am Markt).
Die Folgen waren z.B. eine wiederholte
Anpassung der (heute nicht mehr als glücklich empfundenen) Datenbankmaske, eine
größere Uneinheitlichkeit der Registrierung (etwa der verwendeten Kürzel für
dieselben Periodika - in der Frühzeit des Personalcomputers musste angesichts
der langen Zugriffszeiten und schwachen mobilen Speichermedien noch stark auf
Reduzierung der Datenmenge geachtet werden), Datenverlust, aber auch
Doppeleinträge, etwa der Akademiaj Studoj
von Rüdiger Eichholz.
Andererseits ging inhaltlich damit auch eine
schrittweise Erweiterung des Interessenschwerpunkts
einher. Standen zunächst Terminologie und Wörterbücher im
Vordergrund, kamen bald Wortbildungslehre und Grammatik allgemein hinzu.
Darbellays Schwerpunkt war die auf Esperanto verfasste wissenschaftliche Literatur
allgemein, Luttermann hatte auch literarische Beiträge gesammelt, der Verf. zunehmend
auch Geschichtliches zur Esperanto-Bewegung und einzelnen Ihrer Protagonisten
aufgenommen (z.B. zu Albault, Lapenna, u.a.). Anstoß gaben nicht zuletzt an den
Verf. persönlich gerichtete Anfragen etwa im
Zusammenhang mit Veröffentlichungslisten für Festschriften.
Zwischen ca. 1998/99 und 2002 wurde EBEA nur
noch sporadisch gepflegt, bis es durch das Insistieren von Detlev Blanke zu
einem Wiederhervorholen kam. Im September 2003
enthält EBEA etwas über 13.000 Einträge, davon können etwas über 7500 als
veröffentlichbar gelten, während die übrigen noch erheblichen Bearbeitungsaufwand
erfordern. EBEA soll demnächst auf der der Website der GIL[6]
und ggf. auf einer CD-ROM neu veröffentlicht werden.
Schwerpunkte sind die teilweise bereits
genannten Felder Terminologie, Wörterbücher, Grammatik, Ethymologie, Geschichte
des Esperanto und seiner Movado,
Biographisches, Nekrologe, denaskismo
(Esperanto als Mutter- bzw. Familiensprache). Kaum berücksichtigt sind
Literatur und Poesie, nur wenig berücksichtigt allgemein wissenschaftliche, auf
Esperanto
verfasste Literatur.
Hauptquellen sind Esperanto-Periodika, kaum
Zeitschriften anderer Plansprachen oder allgemeine
sprachwissenschaftliche Literatur.
EBEA ist auf Esperanto verfasst,
dessen diakritische Buchstaben werden nach dem x-System transskribiert. Neben
den üblichen Angaben zu Autor, Titel, Untertitel, Periodikum, Jahr, Nummer,
Seite enthält EBEA ein Feld „Temo“ (Thema) mit einer esperanto-spezifischen
Verschlagwortung mit absteigendem Abstraktionsgrad, z.B. pronomo
> ‘ci’. Eine Suche nach „pronomo“ wirft Artikel zu Fragen von Pronomina
allgemein aus. Dadurch findet man z.B. u.a. Diskussionsbeiträge von Boirac und
Kotzin aus dem Jahre 1910[7]
zur Frage, ob entsprechend dem französischen Paar ils/elles im Esperanto ein
Paar ili/iŝi (3. Person Plural, männlich/weiblich) eingeführt werden sollte.
Die konkretere Abfrage nach „‘ci’“ wirft 26 Beiträge von 1923 bis 1996 zur
Frage aus, ob das Pronomen der 2. Person Singular „vi“ durch „ci“ zu ersetzen
sei oder „ci“ als zusätzliche informelle, familiäre Form
im Sinne von Du/Sie zu ergänzen sei[8].
In einem Feld „Bemerkungen“
finden sich bei vielen, aber lange nicht bei allen, Einträgen entsprechend
dem Modell von Fokuso eine stichwortartige Inhaltsangabe oder ein Originalzitat zu
den Kernthesen des Aufsatz, in einigen Fällen daneben Verweise auf
Gegenpositionen oder Reaktionen. Als Beispiel möge der früheste zu „ci“
registrierte Aufsatz dienen, Arco 1923:
|
N-RO: 2342 |
JARO: 1923 |
|
AUTORO: Arco, M. |
|
|
TITOLO: Pledo por "ci" |
|
|
SUBTITOLO: |
|
|
TEMO: pronomoj; 'ci' |
|
|
FONTO: Literatura Mondo vol. II. 1923, p. 160 |
|
|
RIMARKIGO: 'En lingvo e-a preskaux ne ekzistas
intima formo de pronomo. Cxi
tiu manko kauxzas vere ian gxenon. Cxu, ekz., patrino parolu al sia infaneto -
"Vi"? ...' Kun reago de Kopar: '.. ci al mit tute ne faras impreson
de intimeco, dorloto aux karesemo, sed mi auxdas en gxi fremdan, malagrablan
siblon, kvazazaux insulton...' |
|
Der oben in Bezug genommene
Beitrag von Kotzin sieht am Bildschirm etwa so aus:
3508 1910
B.K. [= Kotzin, B.]
E. Grosjean-Maupin.
Dictionnaire Complet Esperanto Francais[9]
recenzo; vortaro; Franca;
neologismo; pronomo; 'isxi'; konjunkcio
Ondo de Eo 1910:2:12, p. 9
"S-ro G-M verkis ne tre
perfektan vortaron, kies utilo estas dubebla.. multe da neologismoj absolute
superfluaj .. adoleska, amendamenti, apropose, aùdaca, temerara, tenera, evento
.. par, nam, olim, forsan, isxi .."
Ziel der spezifischen
Verschlagwortung ist ein direkterer Zugriff auf esperanto-typische Fragestellungen
als dies bspw. in der Bibliographie der MLA mit ihren breiten und nicht
speziell auf Esperanto zugeschnittenen Kategorien möglich ist. Ziel der
„Regesten“ im Feld „Bemerkungen“ ist, ein wenig das Defizit auszugleichen, dass
die registrierten Artikel und die entsprechenden Zeitschriftenjahrgänge im
Allgemeinen nur schwer zugänglich sind. Darüberhinaus erhält -
so jedenfalls die Hoffnung des Verf. - EBEA einen über ein reines Nachweiswerk
hinausgehenden selbstständigen Wert.
Für Sprachkenner ist
beispielsweise die oben zitierte Besprechung des Wörterbuchs von
Grosjean-Maupin durch Kotzin ein kleines Schmankerl: Nahezu alle Wörter, die
Kotzin 1910 als „absolut überflüssig“ bezeichnet, gehören heute längst zum
gesicherten Standard-Wortschatz, wie ein rascher Blick in das
Quasi-Normwörterbuch Plena Ilustrita
Vortaro (PIV) zeigt. Nur par, nam, olim,
forsan sind bis heute umstritten und
nicht allgemein gebräuchlich. Allerdings werden die meisten sie heute als Piĉismo ansehen (nach dem umstrittenen
tschechischen Esperanto-Dichter Karel Pič), während EBEA in Erinnerung ruft,
dass ihr Ursprung gut die halbe Lebenszeit des Esperanto älter ist.
Die nächsten Schritte sollten sein:
Verbesserung, Vertiefung, Veröffentlichung.
Auf Grund der unterschiedlichen Quellen und
bisherigen Beiträger sind Zitierweise und Verschlagwortung nicht immer so
einheitlich, wie es wünschenswert wäre. Dass im übrigen ein Werk mit einer
solchen Vielzahl von Einzeldaten niemals fehlerfrei zu bekommen und zu halten
ist, ist evident.
Neben einer permanenten Korrektur erscheint
wichtig, möglichst flächendeckend und systematisch nach dem nunmehr
stabilisierten Muster weitere historische Zeitschriften ausszuwerten.
Angesichts der Vielzahl von auswertungswürdigen Quellen übersteigt dies bei
weitem die Arbeitsfähigkeit und Lebensdauer eines Einzelnen (HEM 1992 führt
über 10.000 Zeitschriften aus der damals 105-jährigen Geschichte des Esperanto
auf). Jedoch kann das Durchlesen alter Zeitungsjahrgänge und
Registrieren des Gefundenen am Computer relativ leicht in kleine Einheiten und
auf viele Schultern verteilt werden. Interessierte können Registrierungsrichtlinien
und entsprechende Materialien beim Verf. abfordern (Kontaktmöglichkeit am
Ende).
Parallel dazu ist EBEA zumindest im Internet
und ggf. auf weiteren Medien zugänglich und vor allem durch geeignete Maßnahmen
und entsprechendes „Marketing“ auch bekannt zu machen. Dabei sollte herausgestellt
werden, dass EBEA zwar ein wohl noch in Jahrzehnten nicht abgeschlossenes
Langzeitprojekt ist, gleichwohl
bereits jetzt - wie hoffentlich auch die wenigen hier vorgestellten
Recherchebeispiele zeigen - ein praktisch nutzbares Hilfsmittel darstellt.
Weiterungen sind ebenso leicht denkbar wie
realistischerweise auf Grund des Arbeitsaufwands
und der verfügbaren personellen und finanziellen Resourcen praktisch schwer umsetzbar.
Der Idealfall wäre eine Plattform „Informa Sistemo de la Esperanto-Movado
(ISEM)“, die viele Einzelprojekte unter einer Oberfläche vernetzen würde. Der
Benutzer könnte dann z.B. ausgehend von einer Sachfrage wie „welche Beiträge
gibt es zur Ethymologie des Esperanto-Suffixes -aŭ?“ im
EBEA-Teil von ISEM zunächst eine Liste einschlägiger Quellen
abfragen (bereits möglich). Durch entsprechendes Anklicken des Titels könnte er
sich Scans der ihn interessierenden Artikel auf den Bildschirm laden
(Zukunftsmusik). Durch Anklicken des Periodikums erhielte er Details zu dessen
Geschichte (Erscheinungsjahr und -ort, Redaktion, usw.; Vorarbeiten liegen in
der elektronischen Version von HEM 1992 vor). Durch Anklicken des Autors würde
er über dessen Kurzbiographie informiert (einige wenige Vorarbeiten liegen
vor), durch Anklicken von dessen Werken erhielte er wiederum eine Liste aus
EBEA-Einträgen zu Artikeln (bereits möglich) und eine Liste der vom Autor
verfassten Monographien (bereits möglich etwa im digitalen Katalog des
Deutschen Esperanto-Instituts oder in TROVANTO
des Esperanto-Museums Wien, allerdings jeweils unter getrennter Oberfläche).
Mit der z.B. im Internet üblichen Hyperlink-Technik und modernen und billigen
Speichermedien stehen die Werkzeuge einer solchen Lösung heute allgemein - und
damit anders als in der Frühzeit von EBEA - zur Verfügung.
Die Beschäftigung mit der
Retrobibliographierung nicht-monographischer Literatur zum Esperanto hat
gezeigt:
·
Eine
Erkenntniskontinuität im Sinne eines auf Bestehendem aufbauenden und fortschreitenden
Argumentationsniveaus in Fragen der Esperanto-Grammatik, und -terminologie
besteht nur sehr bedingt.
·
Bestimmte
Fragen werden seit der Frühzeit des Esperanto kontinuierlich diskutiert, andere
im Generationenabstand (kontinuierlich z.B. “landnomoj”
[seit den 1900ern], “falsaj parencoj”, u.a.; im Generationenabstand z.B. “-ĥ-”
[mind. seit 1918], “denaskismo” [mind. seit 1921], feministische Sprache
[mind. seit den 1950igern], Pronomen [mind. seit den 1900ern], tiel/tiom,
Ethymologie von -aŭ, edzo, usw.).
·
Die Gründe sind
so alt wie die sich häufig ähnelnden „neuen“ Uraltdiskussionen:
Ø
begrenzte
Sprecherzahl der Sprachgemeinschaft
Ø
quantitativ
unzureichende universitäre Lehre
Ø
schwere
oder keine Zugänglichkeit der Quellen
Ø
Desinteresse
der samideanoj,
Ø
usw.
·
Bibliographien
wie EBEA können allenfalls sensibilisierend im Hinblick auf einen längst
erreichten Diskussionsstand wirken; eine wirkliche „Besserung“ tritt erst mit
dem Wegfall
der o.g. Gründe ein;
·
Das Internet erscheint
als das Medium, das jedenfalls das Problem des Zugangs zu den Überlegungen
früherer Generationen entscheidend entschärfen kann, allerdings ist der
finanzielle und personelle Aufwand für die Registrierung oder gar
Digitalisierung „alter“ Diskussionsbeiträge gewaltig; ein universitäres und aus
Steuermitteln finanziertes Projekt „Zedler“ mit einem professionellen Stab
(digitalisierte Veröffentlichung der größten deutschen Enzyklopädie des
Barocks) ist nicht in Sicht.
·
Gleichwohl können bereits heute auch im
bescheidenen Rahmen von Privatleuten sinnvolle
Teilarbeiten ausgeführt werden; nicht zuletzt stellt die Beschäftigung mit
alter Esperanto-Literatur eine interessante und spannende Aufgabe dar, die hohe
intellektuelle Befriedigung verspricht.
·
Anhang:
2526 1918
Hodler, Hector
Pri la supersignaj literoj: gx hx
alfabeto;diakritoj; -gx-; -hx-
REo 1918:6
4889 1921
Grosjean-Maupin, E.
Cirkuleroj de la Esperantista
Akademio
Sekcio por la Komuna Vortaro
AdE; -hx-; -oid
Esperanta Finnlando 1921:1
(jan), p. 9-10
[En jul. 1914] "Cart ..
proponis al ekzameno .. kelkajn demandojn, pri kiuj mi nun petas vian
respondon: 1. Cxu ne estus akceptinda, ecx eble konsilinda, la uzado de k, anstataux
hx, en cxiuj radikoj, kiuj ne apartenas al la Fundamento? 2. En la internaciaj
vortoj finigxantaj per -oid, cxu vi opinias la int. formon -oid pli tauxga ol
la formon -ojd?
4890 1921
Setälä, Vilho
La formortonta litero
alfabeto; -hx-
Esperanta Finnlando 1921:6
(jun), p. 95-96
-hx- malfacila por Francoj k
Finnoj, sed precipe tro malofta (nur 13 vortoj en UV + 1 en antauxparolo + 1 en
1a OA, do entute 15), k tial ne lernebla k lernata. Proponas jesi la Akademian
demandon pri anstatauxigo de hx per k kaj plie anstatauxigon de ehxo per eho k
hxolero per holero
4481 1927
Carrière, Pierre
Fusxita Esperanto
termino; alfabeto; -hx-; Araba;
etimologio; neologismoj
Espero Katolika 1927:8 (33), p.
189
1. por hxaoso, hxemio, Hxinujo,
mehxaniko kontraux la formoj kun -k- pro belsoneco! 2. Arabajn vortojn oni
enkonduku rekte el la Araba ne tra la Franca: hxalifo, Moslemo, sxihxo (ne
Franca sxejko) 3. descendi = evitinda
3436 1942
Laux, Tage [ps.]
Cxu Esperanto havas
"specialajn" literojn?
alfabeto; diakritoj; Cxehxa;
Hus; etimologio
tamen 1942:1:1 (maj-jun), p. 11-12
Zamenhof prenis la Cxehxan
litersistemon inventitan en la 16a jc. de la religia reformanto Jan Hus.
2849 1980
Golden, Bernard
La hxo-dialekto: Arkaika formo
de Esperanto
alfabeto;-hx-
Starto, Cxehxa
Esperanto-Asocio, Prago (CS) 1980, n. 6 (82), p. 17-18
Kritikas uzon de tehxnik-,
hxemi-, arhxitektur- k.a. ("bizara, kontrauxprogresa, agacas la
lingvosenton" ktp).
2850 1980
Werner, Jan
La hxo-fonemo meritas pli da
faka prikonsidero
alfabeto;-hx-
Starto, Cxehxa
Esperanto-Asocio, Prago (CS) 1980, n. 6 (82), p. 18-19
Repliko al Golden samkajere p.
17-18: Defendas -hx-.
5782 1980
Kavka, Josef
La fonemo Hx kaj ties
transformoj en la internacia scienca leksikologio
alfabeto; -hx-
SAEST (Usti n.Labem) 1980, p.
93-100
1716 1981
Korinek, Jiri
Cxu la fonemo 'hx' estas
eksterminda arkaikajxo?
alfabeto; fonetiko;ortografio;
-hx-
Starto 1981:3, p. 14
5161 1982
Golden, Bernard
Kiam formalaperos la litero hx
alfabeto; ortografio; -hx-
Oomoto 1982 Jul.-Dec., p.
114-120
6707 1984
Golden, Bernard
La senbaza trudado de la fonemo
hx en Esperanto
fonetiko; konsonantoj;-hx-
Travailleur Esperantiste 1984
Apr., 7-8
2543 1984
Wennergren, Bertil
Hx - Cxu tro malofta?
fonetiko; konsonantoj; -hx-; alfabeto
Oomoto
1984 Jan.-Jun., p. 26-27
6709 1985
Stanura, Adolf
De kie venis la supersignitaj
literoj
alfabeto; ortografio;
diakritoj; Cxehxa; etimologio
Pola Esperantisto 1985:1, p.
2-5
4702 1985
Oljanov, Violin
Lingvaj disputoj kaj
lingvo-evoluo
landnomoj; participoj; -uj;
'-hx-'
Sofio: Bulgara E-ista Asocio
Interlingvistiko.
Esperantologio. (Kunmetis Violin Oljanov) 1985, p. 91-96
1598 1986
Golden, Bernard
La hxo-malsano atakas "Heroldo"!
alfabeto; -hx-
AkSt 1986, p. 25-26
4848 1987
Kiseljov, Viktor
Cxu 'k' aux 'hx'?
ortografio; -hx-; alfabeto; -k-
Sezonoj 1987:14, p. 28
1700 1990
Portmann, Doug
Propono por kompromiso pri la
uzado de la litero Hx
alfabeto; -hx-
AkSt 1988-90, p. 77
1362 1992
Golden, Bernard
Iom pri la litero Hx
alfabeto; -hx-
Eventoj 1992/18, p. 1
3581 1994
Golden, Bernard
La erariga litero hxo
-hx-; alfabeto
Debrecena Bulteno 1994:dec:85
3577 1996
Vitali, Daniele
La utilega litero hx
Pledo por esperanta fonemo
alfabeto; -hx-
LitFo 1996:161, p. 131-133
3576 1996
Vitali, Daniele
Kazaka anstataux kazahxa
termino; kazako; kozako;
alfabeto; -hx-
LitFo 1996:okt:163, p. 273
- Blanke, Detlev (2003): Interlingvistiko kaj esperantologio:
vojoj al la faka literaturo. Rotterdam: Universala Esperanto-
Asocio
UEA 2003, (Englisch in: LPLP 2003/2, S.155-192; deutsche
Version: Interlinguistik
und Esperantologie: Wege zur Fachliteratur
[Esperanto-Dokumente 7]. Bamberg. Deutsches Esperanto-Institut) in Vorbereitung als
Esperanto-Dokument 7 des
Deutschen Esperanto-Institutes; eine tschechische und
chinesische Übersetzung wird
vorbereitet).
- Eichholz, Rüdiger (1992, (Hrsg.):. Per-komputora
termino-kolekto (Pekoteko). Plena Pekoteko 85-90. 3 Bde. Bailieboro, Ontario 1992.
-
EspeRom (1997):.
Esperanto Multimedia CD-ROM in HTML 3.2. Freiburg: Deutscher Esperanto-
Bund 1997.
- HEM = Hispana Esperanto-Muzeo
, vd. Rondo Takács 1992.
- Rondo Takács ([= Molera, Ana
María; Mathé, Arpád; Hernandez Yzal, Luis, 1992):]. Inventaro de Planlingvistikaj
Periodaĵoj. Sant Pau d'Ordal: Hispana Esperanto-Muzeo (HEM) 1992.
- März, Herbert (1979):.
Bibliotheka Manlibro. AEM 3: Kaŝitaj nomoj; AEM 4: Bibliografioj. Wien: Eŭropa
Esperanto-Eldonejo 1979.
-
Stojan, Petr Evstaf'eviĉ
(1929/1973):.
Bibliografio de Internacia Lingvo. Genève 1929. Nachdruck
- Takács, Jozefo (1934):. Katalogo de la Esperanto-gazetaro. Jablonné N.
Orl.: Pražák 1934.
- Vilborg, Ebbe (1967-76, Red.):. Fokuso. Interlingvistika Cirkulero.
Göteborg: Autor,Red.
1967-76, Nr. 1-14 (vervielfältigte Blätter im
Format A4).
(hier finden Sie demnächst
einen Verweis auf die EBEA-Datenbank)
[1] Die von Rüdiger Eichholz besorgte dreibändige Druckausgabe „Plena Pekoteko“ von 1992 ist mit 1816 Seiten die umfassendste bisher erschienene Termini-Sammlung des Esperanto überhaupt.
[2] Eine Ausarbeitung des Verf. über „Die 15. Regel [des Fundamento de Esperanto]“ (La 15a regulo), die sich mit der Frage befasst, wie internationale „Fremdwörter“ ins Esperanto zu integrieren sind, und anhand zahlreicher (Pekoteko-)Beispiele Transskriptions- und Adaptions-Modelle vorschlägt, harrt noch Abschluss und Veröffentlichung.
[3] Am 01.09.2001 ist die HBI in den Fachbereich
Information und Kommunikation (IuK) der neuen Fachhoch-
schule Stuttgart , Hochschule der Medien
(HdM), übergegangen, der bisherige Server der HBI wurde
abgeschaltet.
[4] Erstbeschreibung vom Verf. in Terminoteko 1995:5:1 (11), p. 2-6. Eventoj 1996, n-ro 109, p. 2 (László Szilvási: „EBEA estas bona ideo“). Eventoj 1997, n-ro 122, p. 1 (Parta represo de la enkonduko al EBEA [nemenciita]), p. 3 (pri la dua eldono: „La programo .. estas unu el la plej bonaj el teknika flanko ĝis nun viditaj de mi.“ [László Szilvási]). Pabst, Bernhard. Elektronika bibliografio de esperantaj artikoloj. En: Literatura Foiro 1997:28:167, p. 164.
[5] Die Erstregistrierung von Fokuso fand noch auf einem IBM-kompatiblen XT mit einer Festplatte von 20 MB statt (!), der später mit einer frühen Version von EBEA dem französischen Esperanto-Museum in Gray geschenkt wurde.
[6] www.interlinguistik-gil.de Sie finden auf dieser Seite nicht die Bibliographie, können aber mit dem Autor in Verbindung treten (Red.)
[7] Boirac. Antaŭen Esperantistoj! Lima,
Peruo 1910:7:7 (85), p. 108-110. B.K. [= Kotzin, B.]. Ondo de Esperanto 1910:2:12, p. 9.
[8] Das Beispiel illustriert auch gut den Zuwachs der Nachweise in EBEA. Im Beitrag des Verf. „Debatoj pri ‚ci’“ in Eventoj 1996, n-ro 109, p. 2 konnten erst 13 einschlägige Fundstellen aufgelistet werden!
[9] Aus Gründen der Eingabemöglichkeiten der verwendeten kommerziellen Software wird - wie noch weit gehender auch in MLA - auf die meisten diakritischen Zeichen verzichtet, demgemäß lies hier „Français“ mit Cedille.